|
Gruselnacht im Klassenzimmer
Die
4. Klasse möchte mit ihrer Lehrerin in der Schule eine Lesenacht
verbringen. Das Klassenzimmer wird ausgeräumt und mit Isomatten,
Schlafsäcken und Decken entsprechend hergerichtet. Zur Einstimmung
gibt es noch eine Nachtwanderung zur alten Burg, wo als Überraschung
ein paar Eltern mit gegrillten Würstchen warten. Hier fängt die
Lehrerin an, eine Vampirgeschichte vorzulesen, die nach der Rückwanderung
im Klassenzimmer bei Kerzenschein fortgesetzt wird. Dann überschlagen
sich die Ereignisse: Es klopft ans Fenster, ein Gerippe schwebt
herbei, irgendwer ist im Haus, die Hausmeisterin ist verschwunden
und schließlich taucht sogar die Polizei auf.
Das geheimnisvolle schwarze Buch Dieser Sammelband enthält neben dem Grusel-Abenteuer "Hexenmond" auch eine Erzählung über "Das geheimnisvolle schwarze Buch". Hier bildet eine "Lesenacht" in der Schule den Hintergrund des abenteuerlichen Geschehens. Für die als "Gruselnacht" geplante Lesenacht einer 6. Klasse hat die Lehrerin u.a. den Besuch der Erfolgsautorin Deborah Angerschmidt eingeplant, deren Bücher durch ihren "schwarzen Humor" bekannt geworden sind. Allerdings kommt es auch zu zahlreichen ungeplanten Überraschungen. Erzählt wird aus der Perspektive des Schülers Elias, der auf dem Dachboden seines Elternhauses einen umfangreichen schwarzen Leinenband mit dem Titel "Mächte des Schicksals. Enzyklopädie okkulter Lehren und magischer Künste" entdeckt - ein offensichtlich für die Lesenacht geeignetes Buch. Die Schüler sollen nämlich Bücher mitbringen, aus denen beim nächtlichen Zusammensein schaurige und unheimliche Passagen vorgelesen werden können. Auf dem Weg zur Lesenacht wird Elias von einem unheimlichen Fremden angesprochen. An diesem Novemberabend mit Schneesturm wirkt auch die vertraute Schule unheimlich und bedrohlich. Die ersten vorgelesenen Gruselgeschichten verstärken die Stimmung. Elias berichtet schließlich auf der Grundlage seines schwarzen Buches vom Phänomen des Doppelgängers. Die angespannte Stille wird durch Blitz und Donner eines Wintergewitters zerrissen. Das Licht fällt aus. Gleichzeitig stellt sich raus, dass eine heimlich mitgebrachte weiße Ratte verschwunden ist. Das reicht, um die so um die Leseförderung bemühte Lehrerin in einen Schockzustand zu versetzen. Da sich ihr Zustand nicht bessert und sich schließlich auch unter den Schülern Angst und Panik ausbreiten, wollen Elias und seine Mitschülerin Lisa den Hausmeister alarmieren. Die Haustüren sind jedoch versperrt und lassen sich, anders als in der Schulwirklichkeit, nicht von innen öffnen. So suchen die beiden durch den Keller einen Weg zur Hausmeisterwohnung. Dabei stoßen sie auf Hinweise, dass sich eine unbekannte Person im dunklen Schulhaus aufhält. Im Schein der Taschenlampe erkennt Elias schließlich den Fremden, dem er schon auf dem Weg zur Schule begegnet ist und der nun die sich heftig wehrende Mitschülerin am Handgelenk festhält. Der Albtraum löst sich wenig später auf, als im Dunkel des Kellerraumes ein Mitschüler auftaucht und der Fremde das Weite sucht. Mit Hilfe des Hausmeisters finden die zahlreichen merkwürdigen Vorfälle ihre natürliche Erklärung und auch die Lehrerin erholt sich wieder. Es gibt einen letzten Höhepunkt, als mit erheblicher Verspätung die erwartete Autorin ganz standesgemäß mit einem Leichenwagen eintrifft. Insgesamt hat der Autor hier eine spannende Geschichte vorgelegt, die den Lesebedürfnissen vieler Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Jahrgangsstufe entgegenkommt. Das Buch eignet sich gut zur Einstimmung auf eine Lesenacht in der Schule bzw. Schulbibliothek. Allerdings sollte man keine zu hohen Erwartungen an die literarische Qualität haben.
Weitere Kinderbücher zur Lesenacht
|